Wer stört, muss bezahlen
Ab 1. Januar tritt der Gegenvorschlag zur „Anti-Chaoten-Initiative” in Kraft. Ab dann wälzt die Stadt Zürich die Kosten aller unbewilligten Demonstrationen auf die Teilnehmer*innen ab, sofern mehr als 50 Polizeieinsatzstunden nötig waren. Was bedeutet diese Änderungen für die politische…
Als in Zürich ein Schloss knackte und in Chiapas der Aufstand begann
Vor 30 Jahren besetzten in Zürich Aktivist*innen ein leerstehendes Haus, zeitgleich erhoben sich in Chiapas die Zapatistas gegen die mexikanische Regierung. Zwei Bewegungen, weit voneinander entfernt, doch verbunden durch dieselbe Frage: Wie widersetzen wir uns dem Neoliberalismus?
Zwischen Jesus und Yuppies
Bibelverse auf der Kaffeepackung und „JLD” auf den Zuckerpäckli – mutmasslich die Abkürzung für „Jesus liebt dich”. Missioniert das hippe Café Campo am Helvetiaplatz mit Cappuccino für das Christentum?
Podcast
50 Neonazis greifen die Reitschule an
Anfang Dezember versuchten 50 Neonazis aus dem Umfeld des Fussballclubs Lille mit Schlagstöcken und Eisenstangen in die Berner Reitschule einzudringen. Angeblich verletzten sie zuvor Personen in der Innenstadt. Wie rechtsextreme Angriffe in der Schweiz zunehmen.
Besinnliche Ausschaffung
Laut Fachstellen vergeben die Migrationsbehörden am Jahresende besonders häufig negative Asylentscheide und Ausschaffungsbefehle. Aufgrund der irregulären Öffnungszeiten der Behörden und Beratungsstellen während der Feiertage bleibt den Betroffenen noch weniger Möglichkeit, sich zu wehren.
Neu im Land und ausgenutzt in der Wohnkrise
Gemeinsam mit ihrer Tochter kam Aisha Faris vor einem Jahr nach Zürich – und tappte bei der Wohnungssuche in die Falle betrügerischer Angebote. Damit sind sie nicht alleine: Besonders vulnerable Personen werden immer öfters auf dem angespannten Wohnungsmarkt übers Ohr gehauen.
Unrechtmässig verschuldet
Die Zürcher Staatsanwaltschaften verhängen oft unzulässig hohe Geldstrafen für abgewiesene Asylsuchende, die täglich von 10.50 Franken Nothilfe leben. Trotz Kritik der Demokratischen Jurist*innen bleibt die Praxis bestehen. Strafen sollen aber bald durch gemeinnützige Arbeit beglichen werden können.
Die ETH, die NZZ und der Fall Samia Henni
Ein NZZ-Artikel diffamiert eine ETH-Gastprofessorin fälschlich als antisemitisch. Die ETH stellt sich nur zögerlich hinter ihre Architekturforscherin, und eine spätere Richtigstellung der NZZ findet kaum Echo. Der Fall wirft Fragen über akademische Freiheit und journalistische Verantwortung aus.
Sieh zu, wie du zurechtkommst!
Alle wollen Freiheit. Nur unsere Kolumnistin nicht. Sie will das gute Leben für alle – und darin hat die Freiheit keinen Platz.
Krieg gegen die, die Leben retten
Kriegsführende Staaten wie die USA, Türkei oder Israel töten, foltern und inhaftieren gezielt medizinisches Personal und bombardieren Krankenhäuser. UN-Expert*innen sprechen von einem «Medizid»: Die systematische Zerstörung des Gesundheitssystems.
Keine Monster, sondern Männer
Wenn Männer Gewalttaten wie Amokläufe begehen, stempeln Medien sie oft als „abnormal“ oder „Monster“ ab. Dabei sind solche Taten das Resultat von gängigen Männlichkeitsidealen und gesellschaftlichen Ausbeutungsverhältnissen, analysiert unser Autor.
Entwürdigung statt Würdigung
Die Doku über den deutschen Rapper Haftbefehl von Sinan Sevinç und Juan Moreno versprach, den Rapstar schonungslos zu zeigen. Das ist ihr gelungen. Aber anstatt den herausragenden Musiker als solchen zu ehren, ergötzt sie sich an seinem Leid.
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GESCHICHTE HEUTE
Was uns die Lettenräumung vor 30 Jahren lehrt
Der Alarmismus gegenüber Drogenabhängigen in Zürich flammt erneut auf. Er ist Teil einer historischen Kontinuität: 1994 gipfelte die Gewalt gegen die Drogenmisere in der Hinrichtung dreier migrantischer Männer auf dem Lettenareal. Ein Blick zurück zeigt die Folgen der polizeilichen Repression.
Tatort: Küchentisch, Mansarde oder Wohnzimmer
Akten der Kriminalpolizei zeigen, was ein Abtreibungsverbot für Zürcherinnen der 1930er- und 40er-Jahre bedeutete: Verzweiflung, Verletzung und im schlimmsten Fall den Tod. Restriktive Gesetze verhindern keine Abtreibungen, sondern machen sie gefährlich – vor allem für Arbeiterinnen.
Marktgerechte Menschenrechte: Konzernverantwortung im Patriarchat
Seit den 1950er Jahren will die UN Konzerne zu mehr sozialer Verantwortung bewegen. Doch statt Menschenrechte durchzusetzen, wurden diese marktförmig gestaltet – ohne geschlechtsspezifische Machtverhältnisse zu berücksichtigen. So entstand ein System der Selbstverpflichtung ohne rechtliche Folgen.
STIMMEN AUS DEN CAMPS
«Neun Monate im Gefängnis – nur weil ich keine gültigen Papiere hatte»
Abgewiesene Asylsuchende werden aufgrund ihres Aufenthaltsstatus tagtäglich von der Polizei kontrolliert, bestraft und inhaftiert. Zwei Betroffene berichten von der Gewalt, die sie erleben, und ihrem Leben zwischen Gefängnis und Rückkehrzentrum.
“Ich werde nicht vor der Migrationsbehörde knien”
Sie müssen ihre Tage draussen verbringen und erhalten keine ausreichende medizinische Versorgung. In den Schweizer Asylunterkünften regt sich Widerstand. Die Asylsuchenden Farid und Ersin erzählen von ihren Protesten für ein menschenwürdiges Leben.
„Niemand kennt das System besser als wir”
Wer selbst den Weg durch das Schweizer Asylregime bestritt, kann anderen dabei am besten helfen. Zwei Geflüchtete erzählen, wie sie durch politisches Engagement Perspektive fanden und der Isolation entkamen.
